Sundaytalk: Feminismus und Mode.

Kein Thema ist derzeit so sehr in der Popkultur vertreten wie  Feminismus. Es wird sich die Frage gestellt, ob wir mittlerweile davon ausgehen können, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo Geschlechterrollen egal geworden sind und sowohl das männliche wie auch das weibliche Geschlecht gleichberechtigt durchs Leben gehen. Oft wird diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantwortet, was traurig ist, denn ja es gibt noch immer krasse Unterschiede insbesondere bei der Vergütung von gleicher Arbeit oder beim Denken in Klischees. Doch und das ist WICHTIG zu bedenken, wir sind schon ein ganzes Stück weiter, als noch vor 25 Jahren. Leider noch nicht da, wo wir als vermeidlich aufgeklärte Gesellschaft sein sollten, doch schon ein ganzes Stück weiter. Frauen sind  in Führungspositionen angekommen und werden weitestgehend akzeptiert auch ohne lautstark ihre Macht demonstrieren zu müssen. Diese Demonstration erfolgt heute subtiler und ohne Scheu dabei auch eine Frau sein zu dürfen. Eine Entwicklung die wir auch in der Mode beobachten können.

“I am a Woman
Phenomenally.
Phenomenal Woman,
that’s me.” 
Maya Angelou

Denken wir zurück an die 80er Jahre. Unter der Bewegung „dress for success“ zeigt sich der Feminismus von seiner modischen Seite. Frauen erobern, endlich will man ja schon fast sagen, die Chefbüros in den großen Häusern. Dafür möchte die Frau durch ihre Kleidung Macht symbolisieren. Besonders populär ist der maskuline Look. Die Frau symbolisiert, drastisch gesagt, Macht indem sie den männlichen Körper nachahmt. Breite Schultern und übergroße Sakkos, sorgen dafür, dass der Frauenkörper in den Hintergrund rückt. Damals ein gefeierter Befreiungsversuch, heute schaue ich fast ein wenig traurig darauf zurück. Ich finde es traurig, dass eine Frau noch in den 80er Jahren, sich kleiden musste wie ein Mann um den beruflichen Erfolg zu sichern. Das zeigen von weiblichen Kurven sollte keine devote Ausstrahlung haben, sondern vielmehr ebenso Symbol von Macht sein, wie die breiten Schultern eines Mannes. Eine Frau darf Frau sein, auch wenn sie beruflich in einer Machtposition ist.

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Versteht mich nicht falsch. Dies soll keinesfalls ein Appel sein, nur noch kurze Röcke und tiefe Dekolletés zu tragen. Es geht aber darum, dass zu tragen  wonach man sich fühlt, ganz unabhängig davon ob man ein Mann oder eine Frau ist, ob man in einer Machtposition ist oder nicht. Wer hindert mich daran, in einem Meeting in einem Kleid zu erscheinen? Niemand. Gefährde ich damit meine Position? Nein.

Leute wir haben das Jahr 2016. Wir werden seit dem Jahr 2005 von einer Frau regiert und bald, so hoffe ich zumindest, haben wir eine Frau an der Spitze der USA und dennoch kämpfen wir Frauen noch immer für die Gleichberechtigung. Das ist traurig und macht mich stolz zu gleich. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, wie weit wir schon gekommen sind. Die erfolgreiche Frau von heute scheut sich nicht, optisch auch mal Frau zu sein. Der Businesslook von heute kann alles sein. Von maskulin bis extrem feminin und so lange die Frau ihre Kleidung mit Selbstbewustsein trägt, ist ihre Position durch die Kleidung nicht gefährdet.

ABER und das ist mir ein ganz großes persönliches Anliegen, hört auf euch kleinzumachen! Leider stelle ich in letzter Zeit immer häufiger fest, dass sich Frauen hinter ihren Männern verstecken, sich teilweise ausruhen auf den Erlog ihres Mannes. Das ist SCHEISSE. Ich will keinen Schritt mehr zurückgehen, ich will dass es weiterhin eine Selbstverständlichkeit ist, gleichgestellt zu sein. Nur weil der Mann evtl. ein wenig mehr verdient, heißt es nicht, dass ihr ihm euch unterordnen müsst. Ihr seit alle Frauen, die ihre Meinung haben, ihren eigenen Weg gehen können und Euern Männern verdammt nochmal auf Augenhöhe begegnen könnt. Ein echter Mann von heute, stellt das auch nicht in Frage oder behandelt Euch von oben herab, für einen echten Mann von heute ist das schon lange Normalität und das sollte es auch für Euch sein. So banal das auch klingen mag, aber die Emanzipation in der Mode hilft dabei unglaublich. Versucht Euch nicht in eine Rolle zu drängen, zieht an wonach ihr Euch fühlt. Wenn ihr Bock auf sexy habt, tragt sexy, wenn ihr ein bisschen „Wallah-Wallah“ unterwegs sein möchtet DO IT. Macht es wie die erfolgreichen Ladys heutzutage seit weiblich und erfolgreich zu gleich.

 

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