Generation Y: Wir machen das schon

Wir leben im hier und jetzt. Wir wurden zwischen Mitte der achtziger und Anfang der neunziger geboren. Wir können uns nicht mehr im Detail an den Mauerfall erinnern. Wir wissen aber noch ganz genau was wir am 11. September 2001 gemacht haben. Wir kriegen Herzrasen bei der Musik des jungen Justin Timberlakes und der jungen Jennifer Lopez. Wir wurden von unseren Elternhaus bestärkt immer das zu machen, was uns glücklich macht. Man sagt, wir wissen nicht was wir wollen. Man sagt, wir vermischen immer mehr Arbeit und Freizeit. Man sagt, wir wären prädestiniert für psychische Krankheiten. Irgendein schlauer Mensch gab uns einen Namen: Gneration Y.

Seid der Festlegung, dieses Begriffes haben sich viele kluge Köpfe weltweit mit uns und unserer Lebensweise beschäftigt. Die meisten davon sehen uns in großer Gefahr. Die Tatsache, dass wir uns nie klar für etwas entscheiden mussten, weil es immer einen Plan B gab, macht uns in den Augen vieler nicht lebensfähig. Sie denken, dass wir irgendwann daran zerbrechen werden, dass wir nicht genau wissen was wir wollen und dass wir nie so richtig abschalten. Zugegeben der Lebenslauf der wenigsten Freunde von mir (inklusive meines eigenen) liest sich wie ein „Friede-Freude-Eierkuchen-Bilderbuch“. Viel mehr erscheint er, wie einer, dieser unglaublich komplizierten und nicht immer Sinn ergebenen, Schachtelsätze von Günter Grass. Bis zum Abitur ist eigentlich noch alles ganz „normal“ und dann geht es los. Erstmal ein Jahr ins Ausland. Auf nach Australien. Dort wollten wir uns auch Gedanken machen, was wir mit diesem Abitur jetzt anfangen. Was wir studieren möchten, wohin uns der Weg irgendwann führt. Wir kamen wieder und taten so, als wüssten wir das jetzt. Also haben wir angefangen zu studieren. Irgendwas mit Medien sollte es sein, dass ist ja irgendwie auch noch ganz hip und klingt ganz cool. Wenn man keinen Studienplatz in einen dieser beliebten Fächer bekam, dann ging es in die Geisteswissenschaften. Bei manch einen auch in die Betriebswirtschaftslehre. Soweit so gut. Das erste Semester verlief schon so mäßig, die nächsten wurden nicht besser und irgendwann ging man eh kaum noch in die Uni. Die Konsequenz: Abbruch des Studiums. Alles auf Anfang und noch einmal neu studieren. Das taten wir dann auch, aber nicht ohne uns hin und wieder mal eine kleine Auszeit zu gönnen. Ein bisschen Erasmus da. Ein Praktikum dort und so weiter. Aber hey irgendwann waren wir fertig und standen vor der nächsten großen Entscheidung. Welcher Job darf es sein. Auf was soll/darf ich mich, mit meinem Bachelor of Arts bewerben. Habe ich überhaupt Lust auf einen normalen „Nine to Five Job“ oder möchte ich nicht lieber frei arbeiten? Einfach den Laptop unter den Arm und egal wo arbeiten, klingt ja erstmal verlockend. Macht sogar auch Spaß, ich spreche da aus Erfahrung. Aber genau hier sehen die klugen klugen Köpfe wieder eine Gefahr. Wenn wir uns dran gewöhnen, dass wir überall arbeiten können, dass wir ständig erreichbar sind, dann können wir ja niemals abschalten.

                                                          B U L L S H I T!

Ich glaube die klugen Köpfe trauen uns zu wenig zu. Wir sind nämlich sehr wohl in der Lage den Kaffee bei Starbucks zu genießen, auch wenn wir nebenbei noch E-Mails beantworten. Das ist für uns keine Arbeit. Daran sind wir seid wir zehn sind gewöhnt. Wir haben schon in der Schule während des Unterrichts SMS geschrieben und dabei immer noch genau gewusst was gerade an der Tafel passiert. Uniprojektarbeiten wurden gerne auch Abends in der Kneipe besprochen, wieso denn nicht das Angenehme mit dem Unangenehmen verbinden? Ich glaube, wir schaffen das schon! Bob der Baumeister hat es ja auch immer geschafft!

 

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